Aus Wachs wird Gold

Seit vielen Jahren biete ich in meinem Ladenatelier Goldschmiedekurse an. An fünf Abenden oder Nachmittagen lernen die Teilnehmer das faszinierende Handwerk des Goldschmiedes kennen und gestalten ihr eigenes Schmuckstück. Eine häufig genutzte Technik ist dabei das Modellieren von Wachsmodellen.

Als Ausgangsmaterial verwende ich eine Röhre aus Feilwachs. Dieses blau gefärbte Wachs hat ganz spezielle Eigenschaften. Es ist zwar viel weicher als das Edelmetall des fertigen Ringes, ist aber dennoch genügend formfest und kann daher mit Fräsen, Feilen und Stichel bearbeitet werden.

Zuerst wird der Rohling gefertigt. Hierzu wird der Innendurchmesser auf die gewünschte Ringgrösse zurecht gefeilt. Danach arbeitet man vorsichtig das gewünschte Schmuckstück aus dem Material heraus. Je nach Fingerfertigkeit und Erfahrung lassen sich von ganz einfachen Modellen bis hin zu aufwändigen und filigranen Varianten alle möglichen Ideen verwirklichen.

So sehen die fertig vorbereiteten Ringe als Wachsmodell aus... nun gehts ab zum Giessen.

Vom Wachsmodell wird danach eine Gussform hergestellt und darin der Ring aus dem gewünschten Edelmetall gegossen. Die Materialvielfalt ist hier vollständig gegeben: Silber, Palladium, Weiss- oder Gelbgold, Titan oder Platin… ganz nach dem Geschmack und Budget des Kundens.

Der frisch gegossene Ring ist aber noch lange nicht fertig. Im Rohzustand wirkt er fad und unfertig, ist scharfkantig und würde in seiner Gestalt nie als «Schmuckstück» bezeichnet werden. So gilt es nun den Gussansatz wegzusägen, zu feilen, polieren, mattieren und je nach dem auch noch mit Brillanten zu besetzen.

Nach vielen Arbeitsstunden präsentieren sich dann die Weissgold-Ringe in ihrer vollen Pracht.

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